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Es war einmal...Reeperwahn Ich habe mal in einem Verlag gearbeitet, in dem es ähnlich zuging wie beim Kiez-Report. Auch waren die Männer in der Unterzahl. Irgendwann dann - es passierten einfach so viele witzige und auch unglaubliche und wahnsinnige Sachen, kam ich auf die Idee, das Erlebte lebendig werden zu lassen und ein bisschen auszuschmücken und anzuhübschen - und bin auf ReeperWahn gekommen, weil ich unbedingt einen Hamburg-Bezug haben wollte. Natürlich hatten wir in der Redaktion keinen Alligator, aber sonst... na ja, sonst stimmt eigentlich so ziemlich alles, vom Ansatz her zumindest. Natürlich habe ich wie immer übertrieben, ausgeschmückt und alles noch mal schlimmer gemacht, als es eigentlich war oder ist. Und nein: es wurde auch niemand umgebracht, obwohl, hm... ich allerdings zugeben muss, dass ich manchmal Mordphantasien hatte. Jedenfalls war es einfach göttlich, einigen Menschen im Buch das Lebenslichtlein auszupusten! Und es war auch schön, die Mädels so fest zusammenhalten zu lassen. Das ist ja auch im wahren Leben wichtig. Bei ReeperWahn hat sich irgendwie alles von selbst ergeben: erst die Idee, dann die Umsetzung, und dann war ich eines Abends im Hamburger Restaurant "Freudenhaus" lecker essen. Ich weiß noch, es gab Hirschsauerbraten mit Rotkohl und Klößen, und da lag so ein kleines Büchlein eines gewissen Jörg Crone, der eigentlich Inhaber einer Hamburger Werbeagentur ist, in seiner Freizeit aber gern wunderschöne, verruchte, erotische Engel malt. Auf Bettwäsche, auf Porzellan und auf Leinwand. Einige seiner Werke hängen heute noch im "Freudenhaus". Es gibt einen Ausschnitt auf einem seiner Bilder, da werden fünf Engel gezeigt, die sich aneinander festhalten - da dachte ich sofort: Diese Engel muss ich für ReeperWahn haben. Das sind die fünf Mädels aus der Redaktion. Und: es hat geklappt. Im Buch sind sie abgebildet, einer von Jörgs Engeln ist auf dem Cover zu sehen. Tja, wie immer war ich schrecklich traurig, als ich den letzten Satz geschrieben hatte. Es war einfach zu schön, mittendrin zu sein im Kiez-Report mit all seinen schrägen Gestalten. Ich denke total gern an die lustige Zeit in der Redaktion zurück und wünsche den Kolleginnen, mit denen ich damals zusammengearbeitet habe, all das, was sie verdient haben! |
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Impressum © 2012 Steffi von Wolff |